Über die revolutionäre Zukunft des Reisens und des Arbeitens

Eine Zukunft des Arbeitens und des Reisens

Arbeiten, Reisen und Lebensweisen stehen in breiten Teilen der Bevölkerung vor einer Revolution, wenn sie nicht sogar schon mitten drin sind. Zukufts-Utopien beschäftigen sich schon in Büchern* mit dem Thema und malen uns eine Zukunft aus, in der die Mobilität einen kompletten Umschwung erfährt. – Wie so oft in Utopien dauert es gar nicht lang, und sie sind Realität. Manchmal werden diese Utopien auch schon gelebt. Man muss es nur wollen und erkennen.

Die Zukunft des Arbeitens und des Reisens

Digitales Arbeiten ermöglicht effizente Zeitausnutzung auf Reisen. Die große schwere Schreibmaschine muss man nicht mitnehmen, man hat ja ein Notebook. Die Leinwand und den Aquarellkasten samt Wasserbehälter, Schwämmchen, Tüchern und Tuschestiften… kann alles zu Hause bleiben, man hat ja das Notebook. Mit Text- und Grafikbearbeitungsprogrammen, einem Notebook und einem Grafiktablett* im Rucksack ist im Prinzip schon fast alles mit dabei, was ich so zum arbeiten brauche.
Nagut, die Kamera kommt noch mit, da sonst die Berichte über Baukultur etwas fad werden würden…

Aber im Prinzip ist es das. Man muss sich nicht zwanghaft auf die schnellsten Verbindungen stürzen, die es gibt, damit möglichst wenig Zeit verloren geht. Der Vorteil dabei? Man kann teilweise eine Menge Geld sparen, wenn man nicht die schnellste Verbindung nimmt. Man kann aber auch auf Verkehrsmittel zurückgreifen, die nachhaltiger sind bzw. die Umwelt weniger stark beeinflussen. Statt mit dem Flugzeug zu fliegen, schippert man eben mit dem Bootchen über den Atlantik oder ruckelt man mit der Bahn nach Sibirien. Reisen kann so zum eigentlichen Event werden, man lernt viele Leute kennen und zelebriert das Unterwegs sein. Und wenn man sich gut organisiert hat, kann man in dieser Zeit auch richtig viel schaffen. Natürlich sollte man sich alle nötigen Daten schon vorher auf seine Festplatte ziehen und nicht großartige online-Recherche unabkömmlich machen.

Vorausplanung

Sollte man im Vorfeld keine Zeit für umfassende Recherche haben, kann man sich dennoch grob überlegen, was man braucht und vorsorglich alle Begriffe, die einem einfallen, in die Suchmaschine seiner Wahl eingeben. Dann schnappt man sich die Ergebnisse der ersten Seite und speichert sie sich schnell als PDF. Dann kann man auf der Reise nach Sibirien oder Brasilien ganz gemütlich diese PDFs durcharbeiten und hat nichtmal mehr Gepäck dabei, weil man ja keine schwere Literatur mitnehmen muss.

Digitale Literatur

Es gibt aber auch nicht nur Suchmaschinen und Online-Lexika wie Wikipedia sondern auch ganze Bücher, die man sich mitnehmen kann. Der Galileo-Verlag (der jetzt Rheinwerk heißt) hat beispielsweise für fast jedes Printbuch auch ein eBook bzw PDF erstellt. Als Eigentümer des Print-Buches hat man kostenlosen Zugriff auf das PDF. So habe ich es bei den Büchern Grafik und Gestaltung sowie Typografie und Layout jetzt gemacht. Sie warten als PDF auf meinem iPad darauf, dass ich darin meine Lesezeichen setze. Und das Gute: das iPad wiegt viel weniger als nur eines dieser Bücher. Und ich kann ziemlich viele davon darauf abspeichern. – Ganz abgesehen von allen eBooks wie Kindle und co, die man auf einem Kindle-Gerät, dem iPad oder sogar dem Notebook per App lesen kann.

Reisen und Arbeiten

Man muss unter langsamen Reisen nicht das verstehen, was uns einige digitale Nomaden wie Conny von PlanetBackpack oder Tim von EarthCity so vormachen. Sie reisen weit und bleiben dann lang. Damit unterscheiden sie sich vom (sorry) 0815-Touristen, der 5 Monate spart um 5 Tage in Ägypten zu sein und mit teuren Flügen und Hotels sein ganzes Geld verbrät.
Conny und Tim reisen weit und arbeiten dann dort. Sie arbeiten aber nicht als Backpacker in Gasthöfen und kleinen Shops, die gerade Aushilfen brauchen. Sie arbeiten an ihren eigenen Unternehmen. Nur eben nicht von Deutschland aus. Warum auch? Sie brauchen wlan und manchmal ein Telefon, das wars. Das bekommt man in China, in Japan, in Kanada und auf Bali auch meist ganz gut geregelt.
Sie lernen dort die Kulturen kennen, knüpfen Kontakte und schließen Freundschaften.

Arbeitend reisen

Die andere Variante ist aber auch nicht verkehrt. Ich beispielsweise reise viel, bleibe aber dennoch nicht lang. Für gewöhnlich bleibe ich etwa 1-2 Wochen, dann kehre ich in meine Homebase zurück. Klingt stressig, ist es manchmal auch. Aber die Reisezeit wähle ich mir einfach möglichst „gemütlich“. Statt gefühlte 25 mal mit der Bahn umsteigen zu müssen, nehme ich (wenn es sich anbietet) den Fernbus. Dann arbeite ich im Bus mit dem Tablet* (wie jetzt gerade)* oder dem Notebook auf dem Schoß. So habe ich ziemlich genau 2-4 volle Arbeitstage pro Monat, die ich ungestört im Bus verbringe.
Dort schreibe ich meist Texte ins Reine, die ich vorbereitet habe oder erledige kleinere Aufgaben, für die man so irgendwie dann doch keinen Nerv hat. Alles was sich mit Evernote* (was Evernote in Verbindung mit einem Notizbuch kann, hat Björn hier beschrieben) erledigen lässt, mache ich auf dem iPad, für den Rest gibt es das MacBook. Da beide angeblich eine Akkulaufzeit von 8 Stunden haben, reichen sie gemeinsam aus, um mich die 10 Stunden im Bus ausreichend zu beschäftigen. Für iPad und Handy habe ich auch noch einen tragbaren kleinen Akku*, der mehrere Akkuladungen lang hält und eigentlich immer mit dabei ist.

Eine neue Herausforderung in der Disziplin des „lange offline digital Arbeitens“ wird Ende November angegangen. Mit einer beachtlich großen Gruppe digitaler Nomaden bin ich im November auf dem Weg von Spanien nach Brasilien. Per Schiff. Unterwegs sind wir dann länger als eine Woche und sind auf Deck zum Netzwerken, Coworken und Entspannen verabredet. Auf Altdeutsch: Wir lernen uns (besser) kennen und arbeiten zusammen. Dabei werden wir über gemeinsame und einzelne Projekte reden, uns austauschen und viel von den Meinungen anderer Profitieren – Wenn wir nicht speiend über der Reling hängen.

Wenn wir dann in Brasilien angekommen sind, werde ich etwas machen, das ich noch nie zuvor gemacht habe. – Urlaub. So richtigen Urlaub. Ein Freund von mir kommt nach Brasilien nach geflogen (er bekommt nicht so viel Urlaub) und dort ruckeln wir dann 2000km über buckelige Pisten bis zum nächsten Flughafen. Klingt irgendwie anstrengend, aber wir werden schon noch genug von der Gegend sehen, schätze ich. Von dort aus geht es dann zurück ins eisige Deutschland, wo sein Chef schon sehnsüchtig auf ihn warten wird und ich die Ergüsse meines offline-Arbeitens mit euch teilen werde. – Und vermutlich bin ich so überwältigt von all den neuen Eindrücken, dass ich erstmal zwei Wochen Urlaub vom Urlaub brauche ;)

Mehr Infos?

Diese Art des Reisens wird in Schubumkehr | Zukunft Mobilität* sehr bildhaft beschrieben. Das Buch ist eine Mischung aus Roman und wissenschaftlicher Zukunfts-Spinnerei. Nachdem ich meine Kabine an Bord des Kahns nach Brasilien gebucht habe, fielen mir die Parallelen unseres Vorhabens zum Thema des Buches ein und nun bin ich schon ganz gespannt, wie sehr sich das alles bewahrheiten wird.

Wenn du mehr über digitale Nomaden erfahren möchtest, bzw. dich mit ihnen vernetzen magst, dann kann ich dir die DNX nur sehr empfehlen. Ich war im Mai dort und im Oktober gibt es wieder eine in Berlin. Die Digitale Nomaden Konferenz bietet Workshops und Vorträge an, die jedem Teilnehmer unglaublich viel gebracht haben. Man verlässt die Veranstaltung mit einer Motivation, dieman vorher kaum gekannt hat. Warum? Weil es dort mehrere hundert Leute hinzieht, die reisend arbeiten (wollen) und dich nicht als Spinner bezeichnen, wenn du von so einem Leben träumst.

Ohne die DNX im Mai 2015 hätte ich die inspirierendsten 20 neuen Kontakte dieses Jahr nicht kennen gelernt. Die Kontakte halten zum Teil immer noch sehr stark. Der Zusammenhalt und die Hilfsbereitschaft ist atemberaubend. Ich freue mich wie ein kleines Kind über jeden neuen Kontakt und es werden durch die Online-Community tatsächlich immer noch mehr. Die DNX hat einen sehr langen Nachhall und ich freue mich schon rund um die nächste DNX im Oktober viele Menschen dann endlich real kennen zu lernen, die ich im Anschluss an die DNX erst online getroffen habe.

Wenn du richtig, richtig Bock auf mehr Infos hast, dann hör dir die erste Folge des I love Mondays Podcasts von Tim an. Dort findest du den live Mitschnitt der Poduiumsdiskussion der DNX 2014. Hör es dir an, ich bin mir ziemlich sicher, dass du danach ziemlich breit grinsen wirst.

Arbeitest du auch, während du reist, oder ist Reisen für dich immer Urlaub?

2 thoughts on “Eine Zukunft des Arbeitens und des Reisens

  1. Die technologische Entwicklung wird das Ganze noch massiv verstärken. In 5 Jahren sollte globales erschwingliches Internet an jeder Stelle des Planeten locker drin sein. Auch etliche andere Innovationen werden solch einen Lifestyle weiter begünstigen,

Was denkst du?

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